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XXL Sports - Ski Alpin, der Berg ruft!

27.11.2017

Verschneite Hänge, klare Luft, schönes Wetter, unglaubliches Panorama, die Skier an den Füßen und DU. Was gibt’s schöneres im Winter, als einen solchen Tag am Berg zu verbringen?

Unser Gebirge in Österreich begeistert jährlich rund 8 Millionen Wintersportler (von 82 Millionen weltweit). Dabei hat der Volkssport durch die Einführung des Carvingskis nochmal enorm an Popularität gewonnen. Aufgrund der Taillierung ermöglichen diese Ski nicht nur höhere Geschwindigkeiten in den Kurven, sondern auch eine leichtere Handhabung für Anfänger. Sie nehmen aktuell 80-90% des Wintersportmarktes ein [1]. Bei der Einführung wurde vermutet, dass die Verletzungsrate durch die damals neue Skivariante steigt. Das Gegenteil war der Fall, ein Rückgang der Verletzungen um bis zu 9% konnte verzeichnet werden [2]. Aufgrund unterschiedlicher Aufzeichnungsmethoden, verschiedener statistischer Erhebungsmethoden und auch anderweitiger Weiterentwicklungen im Gerätebereich sollte diese Zahl nicht ausschließlich auf die Einführung des Carvingskis zurückgeführt werden. Insgesamt gibt es circa 2 Verletzte auf 1000 Personenstunden auf den Pisten [3]. Das klingt nicht viel, jedoch warum mehr riskieren als nötig?

 

Verletzungsmuster und häufige Unfallursachen

Obwohl allgemein ein Rückgang an vorderen Kreuzband Verletzungen bei Carvingskiern feststellbar ist [4], bleibt das Knie dennoch die am häufigsten betroffene Region von Unfällen [5]. Neben der neuen Position auf dem Ski und da immer mehr akrobatische Elemente aus dem Snowboarden auch im Skifahren Einzug halten, kommt es im Vergleich zu Früher vermehrt auch zu Oberköper- und Kopfverletzungen [6]. Die Anzahl an Brüchen ging aufgrund der neuen Bindungen etwas zurück [7], dafür stieg die Zahl schwerer und komplizierter Knieverletzungen. Gründe dafür sind unter anderem höhere Bindungsplatten (für extreme Schräglagen notwendig) und schlecht eingestellte Auslösemechanismen. Dabei verletzen sich Frauen doppelt so oft am Knie wie Männer [8].

Obwohl sich die häufigsten Verletzungen normalerweise am Nachmittag ereignen, kommt die erwähnten hohen Knieverletzungsrate bei weiblichen Schifahrern zumeist am Vormittag zustande. Ermüdung kann in diesen Zusammenhang also weitestgehend ausgeschlossen werden [9]. Grund ist vielmehr die Problematik der Bindungseinstellung.

 

Bindung

Dafür sind mehrere Faktoren ausschlaggebend:

 

1. Veraltete Einstellungen

Liegt die letzte Kontrolle und Einstellung länger als ein Jahr zurück, kommt es vermehrt zu Verletzungen. Dabei entstehen die schwersten Verletzungen bei Nicht-auslösen der Bindung [10].

 

2. Falsche Einstellungen

Obwohl allgemein bekannt ist, dass Frauen ein anderes Kraft/Gewichtsverhältnis haben als Männer, wird bei der Adjustierung meistens nicht unterschieden. Bedenkt man, dass das Öffnen der vorderen Bindungsteile hauptsächlich durch die eigene Oberschenkelkraft passiert und Frauen zumeist weniger Muskulatur als Männer besitzen, kann eine reine Gewichtseinstellung nicht funktionieren. Hier fehlt leider eine einheitliche Einstellungsnormierung für Bindungen. Man kann sich trotz Siegel leider nicht zu 100% sicher sein, dass die Sicherung hält was sie verspricht. Einige Studien konnten bereits zeigen, dass eine leichter eingestellte Bindung bei Frauen das Verletzungsrisiko erheblich reduzieren kann [11].

Für eine möglichst verletzungsfreie Skisaison ist eine jährliche Bindungseinstellung im Fachhandel, unter Berücksichtigung des aktuellen Fitnesszustandes besonders wichtig!

 

Helm

Bei den meisten Österreichern gehört er schon zur Standardausrüstung (> 70%), in anderen Ländern fahren lediglich 20 - 50% damit [12]. Kopfverletzungen machen zwischen 10 - 20% aller Verletzungen aus [13], wobei das Verletzungsrisiko durch einen Helm erheblich reduziert werden kann (30 - 60%) [14]. Lange wurde diskutiert ob dieser Teil der Schutzausrüstung zu höheren Risikoverhalten und schweren Nackenverletzungen führt, wobei beides jedoch widerlegt werden konnte [15].

Interessanterweise tragen bessere Fahrer/innen häufiger einen Helm als weniger gute Skifahrer/innen [16].

Bei der Auswahl des richtigen Helms sollte man jedoch unbedingt auf die Qualität achten und sich gut beraten lassen. Der Industriestandard bei Helmen ist auf 22km/h ausgelegt, die mittlere Geschwindigkeit auf den Pisten liegt jedoch bei 45 km/h [17]. Daher wird bei wirklich schweren Stürzen auch die Schutzfunktion als umstritten angesehen [18]. Wer Hirn hat, sollte sich also für gute Qualität entscheiden!

 

Besser kein Leihmaterial nehmen!

Die Zahl der Verletzungen bei denen geliehene Ausrüstung im Spiel ist, ist besorgniserregend hoch! Aufzeichnungen von Unterschenkelbrüchen und Knieverletzungen mit Leihgeräten zeigen ganz klar wie wichtig die passende Ausrüstung ist. Es scheitert oftmals an der richtigen Bindungseinstellung (fehlende einheitliche Normierung), der richtigen Skilänge, dem adäquaten Ski je Leistungsniveau des/der Sportler/in und der Auswahl des passenden Skischuhs in Bezug auf die Steifigkeit. Besonders bei Kindern werden oft unpassende Geräte  verwendet, wodurch sich das Verletzungsrisiko um ein Vielfaches erhöht [19]!

 

Hier noch einmal die wichtigsten Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen im Überblick:

 

Abbildung 1: Potentielle Risikofaktoren und empfohlene Präventivmaßnahmen von Knieverletzungen bei Skifahrerinnen (Quelle: Ruedl et al. 2009, Seite 347)

 

Training zur Verletzungsprävention und mehr Spaß auf der Piste

Hat man alle Vorkehrungen getroffen und sich das perfekte und passende Gerät besorgt, bleibt noch ein Faktor übrig, nämlich die Person, die fährt! Gutes Aufwärmen, dem Level angepasste Geschwindigkeit und aufmerksames Fahren sind sowieso klar [20]. Die Fitness stellt einen elementaren Anteil an einem sorgenfreien und spannenden Bergtag dar. Die Vorbereitung sollte dabei Kraft-, Koordination- und propriozeptives Training umfassen. Mit höherer muskulärer Kraft in den Beinen können im Fall der Fälle Bindungen leichter ausgelöste, Unfälle vermieden beziehungsweise bei einem Sturz die Gelenke schneller und besser gesichert werden. Außerdem lassen sich neben der reinen Verletzungsprävention mit mehr Kraft weitaus engere und schnellere Radien fahren [21].

Zusätzlich sollte ein spezielles Koordinationstraining erfolgen, bei dem auf instabilen Untergrund geübt wird, den Schwerpunkt auszugleichen und die Beinachse stabil zu halten. Wer beides im Zuge der bekannten Skigymnastik kombinieren möchte, kann beispielsweise mit solchen Elementen beginnen und den zweiten Teil der Einheit zum Krafttraining (Kniebeugen, Sprünge, etc. ...) verwenden.

 

Wichtig ist, dass bald genug mit dem Training begonnen wird (im Optimalfall ganzjährig trainieren) [22]. Nur weil der Skitag lediglich von 8-16 Uhr dauert, heißt das nicht, dass man in ein paar Wochen fit dafür ist ;)

 

Zusammengefasst, vor dem Skitag:

  • Körperlich ordentlich vorbereiten und

  • Ausrüstung von einem Top-Fachhandel individuell anpassen lassen!

 

Also viel Spaß beim weiteren Training,

euer Christoph

​​

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fußnoten und Literaturverzeichnis 

 

[1] Burtscher et al. (2003, 2008), Hörterer (2005), Köhne et al. (2007), Kober & Held (1997), Wörndle (1997)

[2] Aschauer et al. (2007), Burtscher et al. (2008), Gläser (2006)

[3] Bergstrøm & Ekeland (2004), Bergstrøm et al. (1999), Burtscher et al. (2003, 2008), Langran & Selvaraj (2002)

[4] ...

 

Beides im PDF als Gratis Download:    

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